Kategorie: Satire

Das Gender

Überall taucht jetzt in Deutschland ein Verwirrung stiftender Typ auf: Der Gender-Hannes. Übrigens, der Schlendri-Jan ist garantiert kein Verwandter des Gender-Hannes. Mensch erkennt den Gender-Hannes am häufigen Schluckauf bei der Rede und daran, das er unleserliche Texte verfasst.

Er ist schon weit darin gekommen öffentliche Medien zu okkupieren. Allerdings, wenn er spricht, finden das 10 Prozent gut, 45 Prozent ist das mehr oder weniger gleichgültig und 36 Prozent finden das furchtbar*.

Der/die/das Gleich-Stellungs-Beauftragte erklärt auf Nachfrage, der Gender-Hannes würde die Diskriminierung der Geschlechter in der Sprache und damit im Alltäglichen bekämpfen.

Da haben wir im Deutschen besonderes Pech. Bei uns ist die tägliche Diskriminierung besonders groß – wegen der Sprache. Ganz anders im englischen Sprachraum, wo es keine Diskriminierung gibt, weil die Sprache keine geschlechtlichen Artikel kennt**.

* Infratest 2021: Gegenüber der Verwendung einer geschlechterneutralen Sprache in Medien und Öffentlichkeit bestehen bei den Deutschen weiterhin erkennbare Vorbehalte. Ein Viertel der Befragten (26 Prozent; -9 zu Mai 2020) befürwortet zwar aktuell den Einsatz von Binnen-I oder nicht-differenzierenden Formen. Zwei Drittel der Wahlberechtigten (65 Prozent; +9) lehnt deren Verwendung in Medien und Öffentlichkeit jedoch ab. Die zunehmende Präsenz einer gendergerechten Sprache in Medien und Öffentlichkeit hat deren Akzeptanz nicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ablehnung gestiegen.

** Im Englischen gibt es nur einen bestimmten und einen unbestimmten Artikel. Der bestimmte Artikel the steht für die bestimmten deutschen Artikel der, die und das.

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nonEgalitè

Alle Menschen sind nicht frei.

Alle Menschen sind nicht gleich.

Alle Menschen sind nicht Brüder.

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Menschen sind nicht alle frei.

Menschen sind nicht alle gleich.

Menschen sind nicht alle Brüder.

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Beethoven war ein Utopist.

Wurde er deshalb taub?

Überfluss bringt nur Verdruß

Wer die Armut nicht kennt,

weiß den Reichtum nicht zu würdigen.

Wir tragen Stoffe

von denen die Könige früherer Zeiten

nicht einmal träumen konnten.

Wir leben in warmen Häusern,

arbeiten in gekühlten Räumen,

essen bis zum Kotzen.

Wir spülen unsere Scheiße

mit Trinkwasser fort.

Wir können selbst Krankheiten heilen,

die wir früher nicht bekommen hätten,

weil wir nie so alt geworden wären,

daß wir sie hätten haben können.

Und, hat uns das was genutzt?

Arme reiche Kinder:

Wer die Armut nicht kennt,

weiß den Reichtum nicht zu würdigen.

Wir fressen die Blüte der Welt –

mit Stumpf und Stiel, in Raum und Zeit –

kahl, bis zur Wurzel.

Und kein Schwein hat Spaß dabei.

Alle klagen.

Das ist Tragik.

Hätte ich nichts Besseres zu tun –

könnte ich mich darüber ärgern.

Unter einer Linde – nicht von Heinz E.

Unter einem Baum
ner Linde
träumte Traudel
von nem Kinde –
mit dem Manne
den sie hatte.
Doch ihr Auto hatt’n
Platten.

Jetzt beim Bücken
zeigte sie dem geilen Gatten
ihren garnicht platten
fortgeführten unt’ren Rücken.
Und der Hintern
den sie hatte,
bewirkt bei ihm
die schönste Latte.

Unter einem Baum
ner Linde
versucht der Gatte
sich am Kinde
zeugen
schwitzend
beugen…

Wie in Glut
er sich bemühte,
diese Linde
Saft versprühte.
Klebrig klebt auf seiner Schulter platt
ein kleines grünes Lindenblatt.
Ja, das störte schon, ach schade,
und so schrumpft nun grade
seine kleine Zeugungsmade.

Es zaust der Wind
die Lindenkrone
und so geht es ohne
Kind
zum Abschlepp-Dienst.

Und die Moral?
Beim Verhüten
ohne Gummitüten
helfen vielleicht Lindenblüten.
Die Liebe unter einer Linde
klebt –
doch führt nicht oft
zum Kinde.