Kategorie: Texte

Die Fußball-WM in den USA boykottieren?

Da sagt ein Hard-Core-Fan, der bisher zu jeder WM der letzten Jahrzehnte gereist ist, er verzichte auf die Spiele in den USA, weil er das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könne. Und Hendrik Buchheister läßt in seinem Artikel darüber in der EJZ, Ansgar Molzberger, Historiker an der Sporthochschule Köln, zu Wort kommen: „Ein Boykott hat in der Vergangenheit noch nie ein Regieme gestürzt.“. Ist das eine Antwort auf die Überlegung diese WM zu boykottieren?

Bumms! Ein Totschlag-Argument, das etwas beweisen soll, was nie in Frage gestanden hat. Wann, Herr Molzberger, hat jemand behauptet, man müsse Sportereignisse boykottieren um das Regime des ausrichtenden Landes zu stürzen? Das ist, mit Verlaub, entweder Propaganda oder geistiger Dünnschiss. Aber da Spitzensport heute ein Milliarden-Geschäft ist, werfen sich auch die internationalen Spitzenverbände des Sportes heute jedem Despoten vor die Füße – jedenfall solange der Rubel, Real oder Dollar rollt. Peking, Sotchi, Katar, liegen offenbar alle in lupenreinen demokratischen Staaten oder „dem Sport“ ist es egal, ob Bürger erschossen, vergiftet oder gleich ganze Volksgruppen unterdrückt, inhaftiert oder gar ausgerottet werden. Vermutlich werden die USA zur WM die Einreise von Personen gestatten, die sie sonst beim Grenzübertitt sofort verhaften hätten. Welch schöner Erfolg. Nur wird diese Liberalität am Tag nach dem Endspiel enden.

Ach ja, der olympische Gedanke des alten Griechenlands: Die Kämpfer verfeindeter Stadtstaaten trafen sich zu friedlichen Wettkämpfen. Und heute?: „Die moderne Olympische Idee war für ihren Begründer Coubertin in erster Linie eine pädagogische Idee. Das Wichtigste an ihr waren für ihn weniger sportliche Rekorde als erzieherische Ziele. Nach seiner Auffassung muss der Olympismus pädagogisch orientiert sein, weil ohne eine solche Orientierung auch die modernen Olympischen Spiele auf das Niveau der Gladiatoren-Wettkämpfe in den Zirkusarenen Roms zurückfallen.“ (http://www.sportunterricht.de/lksport/olym1.html)

Hier jetzt die bisher ungestellte Frage an den Historiker Molzberger: „Wann haben olympische Spiele zwei verfeindete Völker zu bester Freundschaft verbunden?“. Offenbar nie. Sollte mensch dann nicht gleich auf die Wettkämpfe verzichten? Eines noch, für das historisch Poesiebuch: „Jeder Sieger produziert viele Verlierer!“.

Zeit für Mehrarbeit

von Norbert Sommerfeldt

Deutschland ist gerecht, weder Obdachlose noch Millionäre dürfen unter Brücken schlafen!

Dieser sehr alte Satz hat nichts an Aktualität eingebüßt.

Wir erleben gerade das größte Zurückfahren in Jahrzehnten erkämpfter sozialer und ökologischer Rechte und Verbesserungen. Egal, ob es um die mühsam errungenen Verbesserungen in der Sozialversicherung, die Erleichterungen in der Arbeitswelt oder die Fortschritte in der Klimapolitik geht – ein propagandistisches Trommelfeuer durch Politik, Medien und sogenannter Weiser will unsere Republik in ein anderes Land verwandeln.

Seit Jahren tobt, kaum kritisch erörtert, eine Auseinandersetzung zwischen „effektivitätsbasierten“ und „demokratischen“ Herrschaftsformen. Hier wird schon bewusst unterstellt, dass Demokratie ineffektiv sei. Nette Geschichten werden präsentiert: In New York hätten zwei Arbeiter sechs Wochen lang eine Rolltreppe repariert, während in China in der Zeit zwei Flugplätze gebaut wurden.

Die erste Phase des Behindern, Verschleppens und Vereitelns, galt den ökologischen Bemühungen, die Lebensqualität unserer Umwelt zu erhalten und zu verbessern.

Wie irrsinnig das doch alles sei: Eine kleine Kröte verhindert seit Jahren ein wichtiges Bauvorhaben; wie hässlich doch diese Windmühlen sind; wir können uns keine neue Heizung leisten…

Medial aufbereitete Einzelbeispiele des „Ökowahnsinns“ bereiteten den Boden für krachende Wahlverluste der Grünen, die mit unglücklicher Personalpolitik und durch das teilweise instinktlose Verhalten einzelner Parteispitzen hilfreich zur Seite standen.

Die zweite Phase zielt nun auf Arbeitnehmerrechte. Eine Stunde die Woche mehr muss drin sein, schallt es aus Bayern. Wenn dann für Postings mit Wurstessen bezahlt würde, wäre das kein so schlechter Vorschlag.

Sakra – das ist VEGGIEEEHHH

Die Zielrichtung ist allerdings anders: Mehrarbeit, Abschaffung der Parität von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberzahlungen in der Sozialversicherung und Verschlechterungen in der Alters- und Gesundheitsversorgung.

Die Gundel-Gaukeleys der Wirtschaftspolitik und ihre Handlanger hören nicht auf, die Axt an die Wurzeln des Sozialstaats zu legen – während die SPD diesen nicht einmal mehr mit stumpfer Klinge verteidigt.

Wo ist sie hin, die Kampfgemeinschaft für Arbeitnehmer aus SPD und Gewerkschaften? Lächelnd wenden sich hier einige Kenner der Geschichte ab. Das war stets eine Illusion. Am Ende haben sich doch immer die glatten Karrieristen durchgesetzt.

Erbschaftsteuer, Rentenbeiträge für alle Einkommen, unheimlich wie schnell die Diskussionen beerdigt wurden bevor sie begonnen hatten.

Die dritte Phase ist der Abbau demokratischer Rechte. Wer in die USA schaut, sieht, was auf die demokratischen Kräfte zukommt. Hier ist man so weit, dass die Frage der Machtergreifung nach faschistischer Methode ein Thema ist.

In Deutschland haben wir eine Brandmauerdiskussion, aber was bedeutet das? Die Realität sieht an vielen Orten bereits anders aus. Die Nichtwahl einer Verfassungsrichterin hat gezeigt, wie weit Kräfte in der CDU den AfD-Positionen auf den Leim gehen oder sogar gleicher Meinung sind.

Karl Jaspers verglich die Stabilität der demokratischen Gesellschaft mit einer Kugel auf der Spitze eines Kegels. Wir – besonders aber die Parteien – sind ständig aufgefordert, dieses empfindliche Konstrukt zu schützen und zu pflegen. Höchste Zeit für „Mehrarbeit“ an der Demokratie.

Deutschland muSS Deutsch bleiben

…Helmut Koch hatte einen Traum

Neulich, im Jahr 2032, auf der Autobahn bei Frankfurt a.M., wird ein PKW von einem gepanzerten Fahrzeug aufgefordert den nächsten Parkplatz anzufahren. Dort warten neben einem Zivilfahrzeug zwei vermummte Schwerstbewaffnete. Einer der beiden tritt an den PKW und macht das Zeichen fürs Fenster öffnen.

„Verkehrskontrolle, Ihren Ausweis und Führerschein, bitte.“

„Habe ich was falsch gemacht, eine Verkehrsregel übertreten, zu schnell gefahren?“

„Nein, sie sind von der automatischen Personenerkennung der Plantir-Software auf den Autobahnbrücken wegen ihrer nicht völkischen Erscheinung erkannt und uns gemeldet worden.“

„WAS?! Sie sind doch keine Autobahnpolizei. Wieso sind sie schwer bewaffnet? Wer sind sie überhaupt?“

„Wir sind Mitglieder der EIS – des Amtes für Elimination und Immigrations-Schutz. Und jetzt bitte ihre Papiere oder wir betrachten ihr Handeln als Aggression und sind dann zu putativer Notwehr berechtigt!“

„Ist ja gut. Hier mein Ausweis und mein Führerschein.“

„Aha, sie sind also Herr Gonzales?“

„Ganz persönlich und deutscher Staatsbürger.“

„So so, sie wollen ein Deutscher sein. Sie sehen mit ihren dunklen Haaren ihrem braunen Teint und der großen Nase aber nicht aus wie ein Volksdeutscher. Und dem Namen nach sind sie eher Südlander, Spanier oder Portugiese.“

„Mal abgesehen davon, das auch Spanier oder Portugiesen EU-Angehörige sind, ich bin Deutscher in der dritten Generation!“

„Das kann leicht eine Schutzbehauptung sein. Haben sie denn einen amtlich beglaubigten Stammbaum?“

„Was soll ich haben? Einen amtlich beglaubigten Stammbaum? Welches Amt soll den überhaupt ausstellen?

„Den stellt das uns angegliederte Amt für Remigration aus. Das sollten sie als Ausländer doch kennen.“

„Ich bin DEUTSCHER!“

„Das sagen sie alle. Aber sie heissen nicht wie ein Deutscher, sie sehen nicht aus wie ein Deutscher und sie haben keinen Stammbaum. Haben sie wenigsten einen Deutschnachweis-Ausweis?

„Ich habe einen Deutschen Pass!“

„Dann zeigen sie den bitte.“

„Den habe ich zu Hause.“

„So, sie sagen mir grade sie haben möglicherweise einen deutschen Pass in einer Entfernung von 370 Kilometern. Das kann ich nicht kontrollieren.“

„Sehen sie doch in ihrem Tablet nach!!“

„Nu‘ bleiben se mal ruhich!!! Da habe ich keinen Zugriff.“

„Das ist SCHIKANE! Das ist illegal.“

„Mein Herr, wir sind in Deutschland und nicht in Amerika. Hier ist alles gesetzlich und ordentlich geregelt. Dafür steht die Kanzlerin grade.“

„Aber ich bin Deutscher. Die Kanzlerin ist eine Ausländerin mit sexuell abartigen Neigungen…“

„Die Kanzlerin ist im Gegensatz zu ihnen eine Volksdeutsche!“

Ich bin als IT-Experte eine gesuchte Arbeitskraft! Sie haben doch kein Recht…“

„Jetzt passen sie mal auf. Wir nehmen sie jetzt in Gewahrsam wegen des dringenden Verdachts des undeutschen Daseiens und Beleidigung einer Amtsperson. Wir bringen sie ein Aufklärungsgefängnis des Amtes für Remigration. Da haben wir mehr Zeit ihre Angaben zu überprüfen. Allerdings muß ich sagen, das sieht nicht gut aus. Flüchtlingskind in zweiter Generation. Das sind mindestens 70 Jahre illegalen Aufenthaltes und ungerechtfertigter Bezug aus deutschen Sozialsystemen. Da kommt eine hohe Schadenersatzforderung Deutschlands auf sie zu. Sicherheitshalber werden wir auf ihre Kosten ihre DNA untersuchen, um festzustellen wo ihre genetische Herkunft zu finden ist. Also nordisch-germanisch oder mediterran-lateinisch oder als Spanier sogar maurisch-afrikanisch. Also alles gründlich und gerecht.

Ich sehe sie sind IT-Experte. Wenn sie in ihre ungewisse Heimat zurück geführt werden, wahrscheinlich dann zuerst in ein marokkanisches Auffanglager. Aber gibt es die Möglichkeit, dass sie ihre Schulden in einer Produktionsstätte des Amtes für nichtdeutsche Arbeitskräfte abarbeiten. Neben einem Taschengeld gibt es Essen, einheitliche Kleidung und gemeinschaftliches Wohnen frei. Auch Gesundheitswesen und Bestattungskosten sind inclusive.

Die Produktionsstätten, das sind abgeteilte Bereiche von Siedlungen unter Führung eines deutschen DAX-Konzerns. Damit es keine Übergriffe ausländerfeindlicher Kräfte gibt, werden die auch noch durch eine Wachtruppe geschützt. Der Identifikation dient dann ein Aufnäher mit der Rune also „Stammgut“. Das Remigrationsamt und das Amt für nichtdeutsche Arbeitskräfte rechnen dann aus, wann ihre Schuld abgearbeitet ist.

Stellen sie also ihr KFZ ab, übergeben uns Papiere und Schlüssel und steigen sie aus. Halten sie die Hände immer sichtbar für uns. Sie kommen nach München. Dort werden sie in naher Zukunft auch ihre Angehörigen wiedertreffen. Leisten sie bitte keinen Wiederstand, sonst machen wir sofort von der Schußwaffe gebrauch.“

Das Ende des demokratischen Zeitalters

Es kam so Stück für Stück. Das Ende des demokratischen Zeitalters. Das hat kaum einer bemerkt.

Obwohl es eigentlich kein Zeitalter ist, sondern nur der gut 200 Jahre alte Versuch demokratische Ideen als Staaten zu praktizieren. Und das hat nur in wenigen Staaten einige Zeit lang geklappt.

Das demokratisch Zeitalter von Marianne bis Donald

Nun ist das Ende schon recht nahe. Die aufrechten Demokraten, die Verteidiger der Werte des „Christlichen Abendlandes“, sind hilf- und fassungslos. In Zeiten der Krise, der endlicher werdenden Recourcen, der jahrzehntelangen Geldschöpfung ohne Gegenwerte, zeigt sich: Demokratie ist das Fettauge auf der Suppe des Reichtums. Autokratien, geschlossene Herrschercliquen, ungezügelte Elektronik-Riesen, sind schneller und anpassungsfähiger. Wer sich nicht an Verträge und Vereinbarungen hält, aber über endgültige Vernichtungswaffen verfügt, ist im Vorteil. Er ist einer demokratischen Gesellschaft klar überlegen. Besonders dann, wenn die lenkenden Demokraten seit Jahrzehnten vor allem das Ziel verfolgen sich und ihre Amigos zu bereichern. Das Wohlergehen des Volkes ist ihnen schnurz, außer es wird Wahlvolk gesucht, das man mit nicht ernst zu nehmenden Wahlversprechen versucht an die Krippen der Demokratie, also die Wahlurnen, zu bekommen. Das gelingt immer weniger. Ein Vorteil, der Nährboden, für die „neuen“ nationalistischen Großmaulparteien, die „gegen das Establishment“, gegen die Filzokratien, gegen die linksgrün-versifften Verbotsparteien, usw sind. Schuld an allem sind besonders die, die grade nicht dem jeweiligen „Volk“ angehören. Raus! Remigrieren! Das sie selber auch nur Geld und Macht wollen, müssen sie nicht laut sagen, das könnte Wähler – die vielleicht einmal noch gebraucht werden – irritieren.

Die USA – die westlich-demokratische Schutzmacht – hat ihre Solidarität mit dem Rest der Welt aufgekündigt: Amerika first! Ob die USA demokratisch sind wird sich spätestens in 3 Jahren zeigen.

Putin wußte, warum er die Wahl des Narzisten Trump mit allen illegalen Methoden unterstützt hat. Nun paralisiert Trump in seiner Gier (Geld, Macht, Anerkennung) die Europäer – die sowieso schon traditionell uneins sind – und Putin kann in der Ukraine nach dem de-facto-Zusammenbruch der Nato machen was er will. Und damit ist der Landhunger für Groß-Russland noch lange nicht gesättigt. Mittel- und Südamerika werden durch die USA destabilisiert.

China lacht. Schürt hintenrum alle internationalen Krisen und wartet ab. Der Krisengürtel von der Türkei bis zum Sudan ist mit sich selbst beschäftigt, Arabien kämpft zusammen mit Russland und den USA um Absatzmärkte für Öl und Gas. Die Armen dieser Welt baden die Klimakatastrophe als Erste aus.

Allerdings scheinen die Autokratien dieser Welt zu ignorieren, das der Zusammenbruch der Weltwirtschaft alle trifft. In einer vernetzten Welt kann sich nicht eine Insel unbeschädigt vom Netz-Zusammenbruch halten. Keine Industrie kann alleine im nationalen Rahmen produzieren. Der Zusammenbruch der führenden Währungen wird alle Geschäfte, alle Warenströme abrupt stoppen.

Die Veränderung des Klimas wird in wenigen Jahrzehnten die Erde für Menschen unbewohnbar machen. Ein Prozess der durch Kriege und weiter steigende Verwendung fossiler Energieträger unumkehrbar beschleunigt wird und der seinen Abschluss in den weiter steigenden Zahlen der Weltbevölkerung finden wird.

Gian Ehrenzeller | Credit: dpa

wikipedia

Archiv Harald Weber / harald-weber.info

Internet

Die große Mehrheit der Menschen in den (noch) reichen Staaten ignoriert das und sorgt sich um Haus und Auto. Schuld sind immer die anderen. Den Rest kann „die KI“ regeln, deren Energiebedarf allerdings das Ende der Menschheit auch nicht überleben wird.

So geht mit dem Ende des demokratischen Zeitalters auch das Zeitalter des Homo Sapiens zu Ende.

Armageddon, das Jüngste Gericht, Ragnarök, das Ende der Zeit? Nein, es ist kein Weltuntergang. Es ist nur das Ende der Menschheit. Da lachen die Götter und suchen sich einen neuen Spielkasten…

Ich – i – je – io – ya – ek – khnhom – ez – jeg – jag – ego

Wenn ich Dich erpressen kann, dann tu ich das.

Wenn Du so stark wie ich oder stärker bist, schleime ich dich an.

Gesetze, Verfassung, internationales Recht sind mir egal.

Ich mache was ich will – solange bis einer in der Lage ist mich zu stoppen.

Es geht alles darum noch reicher und berühmter zu werden, angesehen und gefürchtet zu sein.

Wer mir hilft, darf auch reicher werden – solange ich das nicht bezahlen muß.

Wer aufhört mein Freund zu sein ist mein Todfeind und ich tue alles um ihm zu schaden.

Gefühle für andere kenne ich nicht.

Die einzig mir bekannte Form von Mitleid ist Selbstmitleid.

Ich bin nachtragend.

Ich bin Psycho.

Ich bin Präsident.

Ich bin Narzist.

Ich bin Donald Trump.

Von Angstmachern und Sicherheitsversprechern

Angstmacher, Krakehler, Rechthaber. Sie, die „Rechten“, nehmen demokratische Rechte gerne umfangreich in Anspruch. Es wird bei jedem möglichen Anlaß laut gejault. Pflichten stehen weniger auf ihrer Agenda. Demokratische Werte noch weniger. Menschenrecht: Alle Menschen sind gleich (an Rechten). Da ist bei der AfD und ihren Ablegern Fehlanzeige.

Ist die AfD legitim, weil ein Viertel der Wähler sie wählen? Nein. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Wählermotive wie Frust, Denkzettel, Ängste, oder dem Glauben an Wahlversprechen haben nichts mit der Verfassungstreue von Parteien zu tun. Auch ein Drittel aller Wähler hat nicht das Recht die Verfassung abzuschaffen.

Ist ein Verbot die Lösung? Eigentlich nein. Gut, eine verbotene Partei kann keinen finanziellen Honig mehr aus dem Staat saugen. Aber Gesinnung und Motive der Wähler existieren weiter.

Angst, Feindbilder, Schuldige. Es ist nicht so, das die AfD diese Art des Wahl-Kampfes erfunden hat. Die ehrenwerten Politiker der demokratischen Parteien pflegen die Methode, Angst machen und Sicherheit versprechen, seit Beginn der Republik. Wahlversprechen haben eine ganz kurze Haltbarkeitsdauer.

Was war früher mal anders? Es gab mehr unabhängige Medien und Journalisten mit Ethik, und Publikationen die jene veröffentlichten. Es gab keine „sozialen“ Medien, gegen deren Inhalte die Artikel einer „Bild“ wie konservative Informationen erscheinen. Die Internationale der reichen Undemokraten war nicht entwickelt und deshalb war deren Unterstützung der Ultrarechten nicht so wirkungsvoll.

Dabei haben Putin und Trump, wenn sie die AfD unterstützen, weder das Wohl Deutschlands noch die Karrieren einer Weidel, Storch oder Höcke im Blick. Für die sind das nützliche Idioten, die ihren globalen Zielen dienen.

Der alte Fritz verstand sich als erster Diener des Staates. Dem Friedrich im Amt würde das keiner glauben. Da sind wir beim Dünger, der die AfD möglich machte: Das Versagen der „demokratischen“ Regierungen, die eine unbezahlbare Gesellschaftstruktur und eine marode Infrastruktur produziert haben. Regierungen in denen es von Vorteilsnehmern und Geschäftemachern wimmelt.

Gelungen ist, die Reichen reicher zu machen, das Klima zu ruinieren und international den Anschluß zu verlieren. Das wird die kleinste Groko nicht anders machen. Aber ihr Versuch inhaltliche Probleme mit gepumpten Geld zuzuschütten ist ein endliches Modell. Wen wundert es, das immer mehr Wähler von diesen Demokraten die Nase voll haben? Vermutlich werden wir uns selber vom Regen in die Traufe wählen und wieder mal legal die Demokratie abschaffen.

Trost: Die Klimakatastrophe wird alle treffen – überall.

Keine Chance?!

Ich stelle meine Kanne mit kaltem Tee zum Aufwärmen in die Mikrowelle.

Kanne voran, Griff zu mir.

Nach drei Minuten macht es „Ping“.

Ich öffne die Mikrowelle.

Ich will die Kanne herausnehmen.

Der Griff der Kanne ist nach hinten gerichtet.

 

Nach einiger Zeit fällt mir auf:

Der Griff ist eigentlich immer hinten.

Ich stelle die Kanne in die Mikrowelle und drehe den Griff nach hinten.

Nach drei Minuten macht es „Ping“.

Ich öffne die Mikrowelle.

Der Griff der Kanne ist hinten.

Ich stelle die Kanne in die Mikrowelle und drehe den Griff nach rechts.

Nach drei Minuten macht es „Ping“.

Ich öffne die Mikrowelle.

Der Griff der Kanne ist hinten.

Ich stelle die Kanne in die Mikrowelle und drehe den Griff nach links.

Nach drei Minuten macht es „Ping“.

Ich öffne die Mikrowelle.

Der Griff der Kanne ist hinten.

Es ist egal wohin ich den Griff der Kanne drehe.

Es ist egal wie lange die Mikrowelle an ist.

Es ist egal auf welcher Leistungsstufe die Mikrowelle arbeitet.

Nach dem „Ping“ zeigt der Kannengriff immer nach hinten.

Das geht auch mit Tassen.

Das ist ein Naturgesetz:

Der Griff ist hinten – immer!

 

Jetzt bleibe ich vor der Mikrowelle stehen.

Ich warte bis der Griff vorne ist.

Dann reiße ich die Tür auf.

Ich laß‘ mir doch nicht von einer Mikrowelle auf der Nase rumtanzen!!

Perspektiven

Die Schußfahrt wird schneller.

Alle Konferenzen und Beschlüsse haben die Klimakatastrophe nicht verlangsamt.

Die Internationale der Despoten und Rechten Parteien ist oder drängt an die Macht.

Sie haben die „einfachen“ und „schmerzlosen“ Lösungen:

Billiges Gas und Kohle für alle.

Ausländer raus und allen geht es gut.

Die Nation über alles.

Frauen unmündig machen – Heim und Herd.

Wer andere Ansichten hat ist ein Volksverräter.

Sollen die anderen sehen wo sie bleiben.

 

Verträge muß man nicht halten, wenn man dadurch Vorteile bekommt oder Unbequemes vermeidet.

Die Polkappen schmelzen? Wunderbar, da kommt man an neue Rohstoffe. Wen interessieren die Inseln und Flachländer die absaufen?

Das „Volk“ ist unzufrieden? Gib ihm Fakes. Gib ihm billige, große, fette Benzin-Kutschen.

Dann ab in die virtuelle Internet-Welt und ansonsten mit Plastik-Billig-Produkten zumüllen.

„Scheiß auf die Zukunft“ ist das Motto des Kapitals.

„Profi ist jetzt!“ der Leitsatz des Handelns.

Das „Volk“ indessen liebt seine digitale Demenz und konsumiert massenhaft geistigen Dünnschiß. Babys ans SmartPhone, Daten ins Netz!

„Wir werden doch nicht manipuliert, wir bekommen nur maßgeschneidert das was wir wollen!“

Es wird kein böses Erwachen geben. Es wird ein grandioser Untergang der „Plage des Planeten“.

Frohes Fest, und die Geschenke nicht vergessen und auch Spaß beim weihnachtlichen Fressen.

Hallelujah!

Gipfelstürmer – kleine GroKo ganz hoch

Der Friederich ist ein arger Gipfelstürmer. Gipfel bei Trump, Gipfel mit Macron, Nato-Gipfel, EU-Gipfel, Nahost-Gipfel, Ukraine-Gipfel und dann, das ist der Gipfel veranstaltet er auch selber welche: Autogipfel, Investitionsgipfel, Wirtschaftsgipfel, Stahlgipfel, Entbürokratisierungsgipfel, usw.

Glücklicherweise ist der Mann ja Höhenluft gewöhnt. Seine Erklärungen sehen auch ein Hoch nach dem anderen vor. Bis zum Herbst sollte sich in Deutschland gründlich was ändern. Die Wirtschaft sollte wieder wachsen – im Gegensatz zur AfD. Die Koalition sollte harmonisch und mit gegenseitigem Respekt arbeiten. Nicht wie die Ampel.

Die Schuldenbremse einhalten. Keine neuen Schulden. Strompreis runter für alle. Stadtbild neu durch Abschieben. Rentenfrage lösen. Milliarden sparen beim Bürgergeld (jetzt Grundsicherung).

Ja so hatte sich der Fritz das vorgestellt.

Blöd wenn man vom Gipfel kommt und feststellt, unter den Wolken, im Tal, sieht alles ganz anders aus. Die Wirtschaft ist immer noch auf Talfahrt. Aber nur wegen Trumps Zöllen und den Chinesen!! Das Klima ändert sich immer schneller. Aber die Klimaziele werden eingehalten – nur eben ein bischen später. Statt an den positiven Aspekten der Ampel anzuknüpfen und der Wirtschaft wieder Verläßlichkeit zu verschaffen, wird das Steuer wieder rumgerissen und die alten Kohlen-Stoff-Spezies bedient. Der AfD wird eine Steilvorlage nach der anderen geliefert. Seine Koalition hat weder er, noch sein Fraktions-Häuptling Spahn (der mit den masken Millionen) im Griff. Die SPD wird ein ums andere Mal düpiert und die CSU bekommt ihre Wahlgeschenke finanziert.

Nach wie vor interessieren sich die Parteien nur für sich. Deutschland scheint den Bundestagsparteien egal zu sein. Statt die Demokratie zu verteidigen, zeigen sie, warum diese Gesellschaftsform immer weniger überzeugt. Die „demokratischen“ Parteien zeigen sich undemokratisch – immer nur sich selbst im Blick. Dabei leiden sie alle an massiver Selbstüberschätzung – Umfragewerte: AfD 26%, CDU 23%, SPD 15%, Grüne 11%, Linke 10% und der Rest ist raus. Ebenso verkennen große Teile der Bevölkerung die Lage Deutschlands im globalen Macht- und Wirtschafts-Gefüge. Statt „Made in Germany“ eher „Maden in Deutschland“.

Die strukturellen Fehler der 16 Jahre Merkel-Regierung und einer schwachen Übergangs-Ampel sind auch durch eine noch so große Gipfel-Häufigkeit nicht zu reparieren. Sicher, sowas braucht Zeit, Konsequenz und Geld. Also alles was diese Koalition nicht hat.

Die AfD wird in der Regierungsnachfolge von Merz nicht im Traum daran denken die Probleme der Republik ernsthaft anzugehen. Sie werden die Reste dieser Republik plündern, sich bereichern, jede Kritik niederschlagen (meine ich wörtlich) und ihre Führer werden sich rechtzeitig (vom Gipfel?) abseilen.

Wem wird das nutzen?

Fragen sie mal Xi Jinping.

ÖPNV im Wendland – oder eine unendliche Geschichte

Es war einmal eine Zeit in der viele Unternehmen viele Busse durch Lüchow-Dannenberg fuhren. Das war unflexibel und teuer. Also suchte man Mitte der 80er Jahre nach Alternativen. Es wurde ein Gutachten an die Uni Wuppertal vergeben. Das Ergebnis hieß AST: Anruf-Sammel-Taxis. Die sollten die Dörfler zu den Bus-Hauptlinien bringen. Ein Bürger hatte einen ähnlichen Plan eingebracht, der noch Sonderfahrten und Bürgerbusse einbezog. Das AST-Gutachten verschwand ungenutzt. Alle 10 Jahre wurde der überarbeitete Plan wieder vorgelegt. Kein Interesse.
Als Jürgen Schulz Landrat wurde, wurde das Thema angepackt. Vor einer Reform musste der Verkehr in einer kreiseigenen Gesellschaft gebündelt werden. Das dauerte viele Jahre.
2016 war es soweit und es wurden Rufbus-Linien eingerichtet. An Wochenenden fuhren fast nur noch Ruf-Busse, die man an allen Tagen bis 20 Uhr telefonisch bestellen konnte.
Ab 2019 gibt es den Verein „Carsharing Wendland“, der die geteilte Nutzung von Vereinsfahrzeugen anbietet. 2024 war der Verein zum zweiten Mal pleite.
2023 wurde „Wendland Mobil/Clever Mo We“ als Dach für den ÖPNV installiert. Rufbusse bestellte man nun mit dem SmartPhone oder telefonisch zu Geschäftszeiten der „Mobilitäts-Zentrale“, also MO-FR, bis 17 Uhr. Die Erkenntnis, das (potentielle) Fahrgäste Kunden sind, denen man erklären muss, wie das funktioniert, ist im öffentlichen Dienst offenbar nicht vorhanden.
Stattdessen wurde 2024 wieder der Plan geändert und das „Taxi on Demand“ kam. Nun fuhren an den Wochenenden gar keine Busse mehr. Das teilte CleverMoWe an dem Tag per Zeitung mit, an dem der neue Plan in Kraft trat. Und es gab einen Flyer den man im Lüchower Pavillion bekam und eine Website zur Information. Voll clever. Kleiner Systemfehler: wollte man ein Taxi on Demand am Wochenende ordern, war da keines zu bekommen oder nicht zur gewünschten Zeit.
Nun der neueste Plan: Carsharing und on Demand werden unter Kreis-Regie zusammengeführt und am Wochenende sollen Menschen die von A nach B wollen das Carsharing benutzen. Auch die ohne Führerschein? Wie kommen die Autos wieder zurück, wenn der Nutzer nur in eine Richtung fahren will? Zwei gescheiterte Projekte ergeben zusammen keinen Erfolg. Die schönsten Anglizismen schaffen keinen brauchbaren ÖPNV. Jährliche System-Änderungen bringen keine neuen Nutzer. Kurz: CleverMoWe war eine millionenschwere Pleite. Projekte sind untaugliche Instrumente für Grundleistungen. Weniger wollen, mehr machen. Und das benötigt seine Zeit. Im ÖPNV sind das Jahre. Wer nach nur kurzer Zeit ein neues System aufgibt, verunsichert alle Beteiligten und verbrennt Geld.