Kategorie: Politik

Angst

Leserbrief

Ein Nachtrag aus dem Jahr 2020:

Angst
Die Corona-Pandemie zeigt, wir sind eine ängstliche Gesellschaft. Die einen haben Angst um Leben und Gesundheit und die anderen fürchten um ihre Selbstbestimmung, haben Angst um ihre Arbeit, sehen Grundrechte eingeschränkt. Nun ist differenziertes Betrachten, Abwägen und eigenverantwortliches Handeln keine der hervorstechenden Eigenschaften der „deutschen Community“. Erst recht nicht in Zeiten der a-sozialen Netzwerke, mit den Häme- und den Hass-Botschaften. „Und willst Du nicht mein Bruder sein – so schlag ich Dir den Schädel ein“, dieses Motto kommt mir bei Vielem in den Sinn, wenn es um Impfen, Masken und Betretungsverbote („Lock down“) geht.
Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber. Und die Kehrseite der Angst ist Aggression. So kann ich schon verstehen, das mensch sich – oft anonym und und ohne Quellenangaben – gegenseitig in Ängsten hochschaukelt und sich diese Ängste in verbaler und körperlicher Gewalt einen Weg suchen.
Die Angst-Therapeuten sagen, es gibt nur einen Weg mit Ängsten fertig zu werden: mensch muss sich ihnen stellen. Angst ist ein Scheinriese (Augsburger Puppenkiste). Je näher sie kommt, desto kleiner wird sie. Das aber schafft nicht jeder alleine. Und Altlinke wissen: „Allein machen sie dich ein!“
Deswegen suchen wir Vereinzelten die Gruppe. Die Zugehörigkeit, den Schutz, die Stärke. Nun definiert sich so eine Gruppe nicht nur durch (scheinbare) Gemeinsamkeiten sondern findet sich vor allem im „Kampf gegen den Feind“. Sie will und muss sich abgrenzen, den „Gegner“ hässlich, gemein und gefährlich machen, um selber schön, solidarisch und friedlich zu scheinen, sich den anderen überlegen zu fühlen. Dabei ist allen jeder Schwachsinn, jede Lüge, jedes Gerücht, jede Interpretation recht um dann aus klaren, edlen Motiven sich selbst zu verteidigen. Beim Verteidigen sind dann alle Mittel recht, denn die „anderen“ sind ja die Aggressoren. Wir neigen dazu jedes Maß zu verlieren, unsere Emotion reicht aus, um Rationales zu verdrängen oder umzuinterpretieren.
Wenn von 1.000.000 Menschen ein Kind an einer Impfung stirbt, sehen wir die Impfung als gefährlich an. Obwohl wir gegen eine Chance von 1 : 15.537.573 Lotto spielen.
Aber auch die Geimpften müssen ihre Ängste vor den möglichen Impf-Folgen verdrängen. Also muß Impfen völlig ungefährlich sein. Wer will schon cool abwägen, welches Risiko für die jeweilige Person in ihrem Umfeld größer ist: Die Folgen einer schweren Erkrankung, ggf. mit Todesfolge, oder die Risiken einer Impfung. Zumal alle mit interpretierten Zahlen und Statistiken jede Menge Nebel erzeugen. In dem sieht dann jeder was er will.
Ich bin Teil einer „Risikogruppe“. Um die möglichen Folgen für mich gering zu halten, bin ich dreimal geimpft*. Netterweise ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Ich treffe mich mit Ungeimpften. Ich habe keine Lust auf letztlich überflüssige Debatten. Ich werde auch nicht demonstrieren. Und es liegt mir fern Politiker zu verteidigen.
Aber was die „Öffentlichkeit“ grade verlangt ist nicht erfüllbar: Politiker die in die Zukunft sehen können und danach vorsorglich und einheitlich handeln.
Hinterher sind alle schlau. Besonders die, die keine Verantwortung tragen (wollen). Das soll nicht heißen, alle Fehler, die die Politik gemacht hat, zu entschuldigen. Jeder weiß, wenn ein Politiker sagt, es werde „schnelle und unbürokratische Hilfe“ geben, dann wird es lange dauern.
In der „Corona-Krise“ werden die Versäumnisse von Politik und Wirtschaft verschärft sichtbar. Ein zutiefst marodes Gesundheitssystem, das durch Ausbeutung der Beschäftigten den Konzernen hohe Gewinne einbrachte. „Just-in-Time“-Produktionen, die die Lagerhaltung einspart, weil die benötigten Waren jederzeit auf den Ladeflächen der LKW, Bahnen und Schiffe unterwegs sind. Gesperrte Autobahnen, weil die kaputten Brücken abgerissen werden müssen. Ins Ausland verlagerte Produktionen, die Container und Schiffe ständig um die Welt flitzen lassen – wenn nicht grade eine Schleuse entzwei ist oder ein Schiff im Kanal quersteht.
Wir fürchten uns vor Krankheit und Einkommensverlusten, wir wollen auf keinen Fall von unseren Bequemlichkeiten, unserem Luxus lassen. Wir hassen uns wegen der grundrechtsgefährdenden Corona-Krise.

Wir sehen im TV die Katastrophen durch Hitze, Sturm und Regen. Wir reden permanent über die Klimakatastrophe. Aber wir tun nichts. Die Politik nicht, die Wirtschaft in großen Teilen nicht und wir „Konsumenten“ auch seltenst. „Green-Washing“ ist in. Wegen „Corona“ kaufen wir im Versandhandel. Und senden jede Menge der bestellten Dinge wieder zurück. Wegen „nichtgefallen“.
Nach der nächsten (Corona-)Welle werden wir wieder mit einem Flugzeug zu dem Hafen fliegen, an dem unsere geile Kreuzfahrt beginnt. Aber wir buchen nur eine Schiffsreise, wenn es da vegetarische Kost gibt! Wegen der Umwelt und dem Klima. Ahoi, und viel Spaß im nächsten Taifun.
Helmut Koch, Karmitz

*Nach der vierten Impfung 2022 bekam ich Corona. Etwa wie eine Zwei-Tage-Grippe mit einer Woche Erholung. Ein ungeimpfter Freund bekam Corona erstmals im Dezember 2023.

HK 31.12.23

60 Jahre Widerstandskultur

60 Jahre Widerstandskultur
Formen und Inhalte des Protestes in der BRD. Ein Vortrag, gehalten zur Kulturellen Landpartie 2018

Die 68er – die Friedensbewegung – der Anti-Atomprotest.

Im Bewusstsein der Öffentlichkeit gibt es nur diese drei Protestbewegungen. Das ist falsch. Wer verstehen will, wie sich der Gorleben-Widerstand entwickelt hat, kann das nicht tun, ohne die Widerstandskultur der BRD zu betrachten.

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Israels Geschichte

Zum Text: Israel  

Israels Geschichte –

wie sie in Wikipedia zu finden ist.

Weil ich zwar Einiges über Israel zu wissen glaube, aber nicht sicher war, ob das überprüfbare Ansichten sind, habe ich mich durch Wiki gewühlt.

Gekürzt, weil das sonst viel zu lang geworden wäre. Es ist auch so schon ein langer Text. Die Links führen jeweils zu Wikipedia. – Ein Abschnitt, Diaspora, ist von Allon Sander und Sybille Hattwich.

Meine persönliche Ansicht dazu findet sich unter „Meinung zu Palestina“.

Helmut Koch

Zum Text: Israel

Gier ohne Grenzen

Jetzt hör‘n se mal zu, also:

Es war einmal vor vielen Jahrzehnten… da entwickelten Tüftler kleine Windräder zur Erzeugung elektrischen Stroms, denn Wind gab es umsonst. Andere machten sich Gedanken über die Verwertung biologischer Reststoffe aus Landwirtschaft und Haushalt. So entstanden die ersten Biogasanlagen. Wieder andere bastelten kleine Solarmodule zusammen, um direkt aus Sonne Strom zu gewinnen und ebenso wurden kleine Kästen und Leitungen gebaut um mit Sonnenstrahlen Wasser zu erwärmen – auch zum Heizen.

Und als aus den Anfängen praxisreife Lösungen wurden, kamen die Konzerne, kopierten, kauften und klauten. So wurde aus kleinen dezentralen Windmühlen riesengroße Windräder mit Rotorblättern von mehr als 100 Metern Länge, zusammengefasst in Wind-“Parks“. Wegen der Effizienz, also dem Profit.

Nun wurde es auch nötig große Stromleitungen quer durch das ganze Land zu bauen um den Strom von Nord nach Süd (Bayer wollte keine Windräder – wegen der Aussicht) und West nach Ost zu bringen. Und die Stromkonzerne waren auf einmal grün und öko.

Aus Reste verwertenden Biogas-Anlagen wurden Bio-Reaktoren, die man mit Mais befüllt, der von extra angebauten Maiswüsten stammt.

Wegen der Effizienz, also dem Profit.

Und aus Solarpaneelen, die kleine Radfahrer und Glühlampen antrieben, wurden Quadratkilometer große Solarparks. Weil aber die deutschen Solarfabriken, meist nagelneu im Osten der Republik entstanden, gegenüber den hochsubventionierten chinesischen Konkurrenten zu teuer waren, stellte die Regierung die Förderung ein, die Fabriken gingen Pleite und Arbeitsplätze wurden vernichtet.

Wegen der Effizienz, also dem Profit.

Diese Beispiele ließen sich noch beliebig erweitern und auswalzen. Hatten die Umweltschützer der siebziger und achtziger Jahre noch die Hoffnung, der Umweltschutz würde vorankommen, wenn man damit Geld verdienen könnte, zeigte der Kapitalismus, das „Geld verdienen“ nicht reicht. Profitmaximierung ist die Parole. Grenzenlose Gier ist das Selbstverständnis der „Eliten“.

Und so wurde aus jeder guten Idee eine Perversion, die alles ins Gegenteil kehrte. Und wir können sicher sein, das das so weiter gehen wird. Bis uns der Himmel auf den Kopf fällt. Oder erstmal nur Regenmengen hektoliterweise. Ach ja, Wasser. Das wollten die Energieriesen vor 30 Jahren auch kaufen und monopolisieren – weil unverzichtbar. In Einzelfällen ist das wegen der Widerstände von Bürgern und Verbänden misslungen. Aber weltweit haben die Konzerne das im Griff.

Vermutlich wird die EU als nächstes ein Patent auf die Luft zulassen und jeder Atemzug wird „Lizenabgaben“ kosten. Im voraus zu bezahlen. Eltern haften für ihre Kinder.

Wegen der Effizienz…

Klein, dezentral, sparsam, statt „Gier ohne Grenzen“. Schön wär`s. Aber wer will schon Verzichten? Ohne den Flug auf eine Insel im Urlaub ist Erholung unmöglich. Ein Fahren ohne SUV ist unsicher…

Konsequenzlos

„…Wichser, Schlampe, Opfer und Hure…“

Die konsequenzlose Gesellschaft

Nie hätte ich mir träumen lassen, ein Moral-Apostel werden zu müssen. Zu scheinheilig war die Moral, die uns in den fünfziger und sechziger Jahren eingetrichtert wurde. Das war Wasser predigen und Wein trinken. Was sollte man von „Moral“ halten, wenn ein bigotter schwäbischer Ministerpräsident sich als „fürchterlicher“ Marinerichter entpuppte, der noch nach Ende des 2. Weltkrieges Todesurteile gegen „Deserteure“ fällte. Was sollte mensch von einem Innenminister halten, der meinte, er könne nicht immer das Grundgesetz unter dem Arm tragen? Heute sehe ich eine gesellschaftliche Verkommenheit und eine emotionale Verrohung einer Art, wie sie mir früher nicht vorstellbar war. Und das trifft für Vieles zu.

Mobbing oder Hänseln?

Das was heute Mobbing genannt wird ist im Kern nicht neu. In den Schulen der Berliner Arbeiterviertel, die ich besuchte, waren schon vor Jahrzehnten Bezeichnungen wie Fettsack, Feigling, Arschloch, Schwächling, usw., Begriffe, mit denen Mitschüler ihre Klassenkameraden belegten. Und unter den Mädchen ging es ähnlich zu – nur waren es da andere Begriffe. Konsequenzlos weiterlesen